Werkstätte Theaterdramaturgie

Dreisemestriger Lehrgang
wintersemester 2018/19

Theater: Formen − Räume − Texte.

Leitung: Dr. Doris Happl

Geboren in Enns/Oberöstereich, promovierte Theaterwissenschaftlerin. Erste Regiearbeiten und Dramaturgien für Freie Gruppen in Wien. Gründerin der Theatergruppe off-burg. Gastdramaturgin u.a. am Schauspielhaus Zürich und bei den Bregenzer Festspielen. 1993-99 Dramaturgin am Theter in der Josefstadt Wien. 2000 Mitbegründerin des Theatersommers Haag/Niederösterreich. 1999-2011 Chefdramaturgin am Tiroler Landestheater in Innsbruck, hier auch Regietätigkeit. Ab 2011 Dramaturgin, 2014/15 Chefdramaturgin am Volkstheater Wien. Derzeit als freie Dramaturgin u.a. am Theater in der Josefstadt, THEO Perchtoldsdorf, Theaterspektakel Wilhering. Autorin mehrerer Schauspiel-Revuen und Bühnenfassungen, ein Opernlibretto. Seit 2004 Lektorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz. Beirats- und und Jurorentätigkeit. 

Inhalt

Praxisorientierte Ausbildung zur Dramaturgin/zum Dramaturgen mit Schwerpunkt Sprechtheater.
Dramaturgie ist der wissenschaftstheoretische Hintergrund des Theaters und auch anderer darstellerischer Prozesse, der vorwiegend in der Praxis zu erlernen ist. Neben den faktisch vermittelbaren Grundbegriffen fußt vieles auf Erfahrung und einem professionellen Sensorium, das gerne als "Insiderwissen" nicht preisgegeben wird, da es sich dabei um das künstlerische und geistige Potential des jeweiligen Dramaturgen handelt.
Die Chancen im härter werdenden Konkurrenzkampf werden kleiner. Nur bestausgebildete Bewerberinnen und Bewerber haben die Möglichkeit eines ernstzunehmenden Anstellungsverfahrens. Absolventinnen und Absolventen dieses dreisemestrigen Lehrgangs sollen mit soliden Fachkenntnissen und starkem Praxisbezug die besten Voraussetzungen haben, den Einstieg in die Berufswelt  zu schaffen. Zusätzlich bietet der Lehrgang auch ein Netzwerk an, um Personen aus der Theaterwelt persönlich kennen zu lernen und Kontakte für die Zukunft zu ermöglichen. Der erfolgreiche Abschluss des 3-semestrigen Lehrgangs kann keine Garantie für ein Engagement sein, aber die Chancen am Arbeitsmarkt enorm erhöhen.

Zielgruppe

Alle Interessenten/Interessentinnen praktischer Arbeit am Theater und dramaturgischer Analyse. Studierende, Absolventen/Absolventinnen der Theaterwissenschaft, der Germanistik  und aller anderen theaterorientierten Studienrichtungen; Autoren/Autorinnen.
Voraussetzung: Gute Deutschkenntnisse, Lesebereitschaft und Kritikfähigkeit.

Ziele

Am Ende des Lehrgangs sind dramaturgische "Codes" und Arbeitsschritte vertraut und die Übernahme der dramaturgisch-beruflichen Verantwortung bei Produktionen möglich.

Dauer und Abschluss

Dreimal 8-teiliges Praktikum à 4 Stunden über 3 Semester. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhalten bei Anwesenheit an mindestens 6 Terminen pro Semester eine Teilnahmebestätigung. Bei Erfüllung aller Aufgabenstellungen kann eine Prüfung abgelegt werden. Bei einem positiven Abschluss aller Semester erhalten die Absolventen und Absolventinnen das Zertifikat Geprüfte/r Dramaturg/in.

 Wintersemester 2018/19


Räume

Wir untersuchen die verschiedenen Arbeitsbereiche, die unterschiedliche Formen der dramaturgischen Arbeit bedingen. Ob Produktionsdramaturgie in einem Repertoirebetrieb, Dramaturgie für ein Freies Ensemble oder die Entwicklung eines Stückes als theatrale Feldforschung - die Arbeitsschritte von DramaturgInnen können sich wesentlich unterscheiden. Auch kann die Dramaturgin/der Dramaturg als Produzentin/Produzent auftreten - besonders in der Zusammenarbeit mit einer Freien Gruppe  -  oder sie/er arbeitet für die Printmedien.
Als Abschlussrbeit des Semesters sollen die angehenden DramaturgInnenein Programmheft zum Semesterstück inhaltlich zusammenstellen und gestalten.

Es wird ein  Stück besprochen:
Ein Sommernachtstraum von William Shakespeare

Änderungen und Ergänzungen vorbehalten

Montag, 22. Oktober 2018, 16-20 Uhr
  • Dramaturgie: Ansätze zur Begriffserklärung
Die historische Entwicklung des Berufs der Dramaturgin/des Dramaturgen.  Die unterschiedlichen Formen der dramaturgischen Praxis - Entwicklungsdramaturgie, Produktionsdramaturgie etc. Dramaturgie als Denkfabrik. Wie entsteht ein Spielplan? Der Unterschied von Repertoire- und En-Suite-Betrieb
  • Dramaturgie im  Musiktheater
Gastreferent: Dr. Arne Beeker
(Dramaturg, Produktionsleiter und Übersetzer am Musiktheater Linz)

Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Lesen von  Ein Sommernachtstraum  von William Shakespeare

Samstag, 10. November 2018, 11-15 Uhr

  • Marketing & Kommunikation                                                                                                                       
Gastreferentin: Mag.a Daniela Schildhammer
(Theaterwissenschaftlerin, Betriebswirtin)

An kleinen Theatern und in der Freien Szene übernimmt die Dramaturgie manchmals die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. An den großen Häusern arbeitet sie mit dieser Abteilung eng zusammen. Wen interessiert welcher Aspekt an einem Stück - Journalisten, Schulen, Abonennten etc.? Welche Kommunikationsstrategien sollte man mitdenken?

Teamarbeit
Besprechung des Stückes Ein Sommernachtstraum

Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Erstellen eines schriftlichen Votums zu Ein Sommernachtstraum

Montag, 19. November 2018, 16-20 Uhr

  • Theaterkritik 
Gastreferentin: Dr.in Petra Paterno
(Redakteurin im Feuilleton der Wiener Zeitung)

Kritik: gefürchtet, geschätdzt, gehasst. Ignoriert kann sie am Theater - trotz gegenteiliger Versicherungen - nicht werden. Wie liest und schreibt man Kritiken?

Teamarbeit
Besprechung der Voten

Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Erstellen eines Textes für das Spielzeitheft

Samstag, 24. November 2018, 11-15 Uhr

  • Das Pogrammheft
"Das Programmheft ist die 'Visitenkarte' der Dramaturgie."
Aber ist es überhaupt noch zeitgemäß? Was ist bei der Gestaltung eines Programmheftes zu berücksichtigen? Inhaltliche, rechtliche, optische und rein praktische Kriterien.

Teamarbeit
Besprechung der Kurztext                                                           
Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Übersetzungsvergleich zu Ein Sommernachtstraum

Samstag, 1. Dezember 2018, 11-15 Uhr

  • "Theatrale Feldforschung"   
Gastreferentin: Dipl.Päd. Constance Cauers
(Leitung Junges Volkstheater, Regisseurin)

Der klassische Stückekanon hat ausgedient. Es gibt viele Wege, wie Theaterproduktionen entstehen können. Eine davon ist die "Theatrale Feldforschung", die in direkter Zusammenarbeit mit sogenannten "ExpertInnen des Alltags" entsteht.

Teamarbeit
Besprechung der Übersetzungen

Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Einstreichen einer Szene von Ein Sommernachtstraum 

Montag, 3. Dezember2018, 16-20 Uhr

  • Veranstaltungrecht                                                                                                                 
Gastreferent:  Mag. Dr. Klaus-Christian Vögl
(Wirtschaftskammer Wien)

Das Wissen um die gesetzlichen Voraussetzungen, um ein (Theater-)Produktion veransstalten zu können, gehört zur dramaturgischen Grundausstattung.
Teamarbeit
Besprechung der Stiche

Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Lesen der vorgegebenen Texte von Horvat 

Samstag, 20. Mai 2017, 11-15 Uhr

  • Zusammenstellung einer Lesung zu  Horvat
Eine geliebte Herausforderung für die Dramaturgie: Die Lesung. Wir wählen aus, stellen zusammen, streichen, erproben...                                                                                                                    

Aufgabenstellung für den nächsten Termin
Erstellen eines Beiprogramms zu Ein Sommernachtstraum

Montag, 7. Jänner 2019, 16-20 Uhr

  • Theater für junges Publikum                                                                                                                  
Gastreferent: Stephan Rabl
(Theatermacher, ehemaliger Leiter des Dschungel Wien)

Wie unterscheidet sich das Theater für ein junges Publikum vom Theater für "Erwachsene"? Oder gibt es diese Unterschiede gar nicht? Welche Entwicklungen kann man feststellen?

Teamarbeit
Besprechung der Beiprogramme

Aufgabenstellung für die mündliche Prüfung
Erstellen eines Programmheftes zum Semesterstück

Prüfung

Samstag, 26. Jänner 2019
iTi  Internationales Theater Institut

Informationen / Anmeldung / Anmeldeformular

Internationales Theater Institut der UNESCO − Centrum Österreich

1090 Wien, Türkenstraße 19
Tel.: 01 319 47 00
Fax: 01 310 82 92
office@iti-arte.at
www.iti-arte.at

Kursgebühr für den dreisemestrigen Lehrgang: € 1.500,-
Bei Teilzahlung pro Semester: € 540,-
Prüfungstaxe pro Semester: € 115,-

Bankverbindung: ERSTE − BLZ 20111 − Kontonummer 00006802001
IBAN AT162011100006802001
BIC GIBAATWWXXX